Ein historischer Querschnitt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Völkerwanderung
Kriegswesen
Landwirtschaft
Handwerk und Handel
Kulturelle Entwicklung
Recht
Sozialordnung
Die Tragödie des nordwestlichen Zweiges der Slawen
Wendenkreuzzug - Christianisierung und Germanisierung
Die große Expansion der Slawen
Balkanvorstoß
Die Osmanen
Die Kroaten
Die Slowenen
Mährische Reich
Die Serben
Der böhmische Premyslidenstaat als Erbe des grossmährischen Reiches
Der polnische Piastenstaat
Die slawische Expansion nach Osteuropa
Die Anfänge des Kiewer Reiches
Die Rolle der normannischen Waräger in der Geschichte der Ostslawen
Epilog
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Die Funde verkohlter Pflanzenreste in Slawensiedlungen aus dem 6. und 7. Jh. zeugen davon, dass sich die Bevölkerung vor allem mit dem Getreidebau befasste. Die Slawen pflanzten Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Hirse. Sie kannten aber auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen. Ebenso wurde Hanf angebaut. Jegliche Spuren fehlen von einem Gemüseanbau.

Das Vorkommen von anspruchvollerem Weizen und von Ochsenknochen zeugt von Ackerwirtschaft, wobei die Ochsen als Zugtiere dienten. Der Ackerbau wurde als Drieschen–Wirtschaft betrieben, bei der ein Teil der Felder mehr als ein Jahr lang brach lag. Der Boden wurde in natürlicher Weise durch die Viehweide auf der Driesche, sowie durch Asche von verbrannten Stoppeln gedüngt. Auch der Wildwuchs auf der Driesche musste mitunter verbrannt werden. Im Übrigen wurden die Brandrodungen zur Anlage neuer Siedlungen und zur Gewinnung von neuem Boden angewendet.

Einen sehr wichtigen Teil der altslawischen Wirtschaft bildete die Viehzucht. Ohne große Viehherden die Nahrung boten und dem Einsatz von Tieren als Zugkraft zum Transport der Vorräte und sehr bescheidenen Habseligkeiten, wären die großen Expansionsbewegungen der slawischen Stämme zur Zeit der Völkerwanderung nicht möglich gewesen. Die Viehzucht war aber nicht die wichtigste, sondern eine ergänzende Nahrungsquelle.

Darin unterschieden sich die Slawen von den nomadisierenden Hirtenstämmen, wie es die Hunnen, Awaren und die Magyaren waren. Den Knochenfunden ist zu entnehmen, dass vor allem Rindvieh gehalten wurde. Dann folgte das Schwein und später Schafe und Ziegen. Weiters das Haushuhn und Wildhühner. Der Rest der gefundenen Knochen entfiel auf Pferde, Hunde und Jagdwild. Später auch auf Katzen und seltener auf Eseln.

Im 8. - 9. Jh. machte sich die größere Menge und der bessere Zustand der Werkzeuge bemerkbar. Sie bewirkten eine erhebliche Verbesserung der Produktionstechnik und dadurch eine Intensivierung der Produktion. Davon zeugen die aufgefundenen Gegenstände und das dichtere Netz ständiger Wohnsiedlungen.

Diese Entwicklung steht im deutlichen Einklang mit dem gesellschaftlichen Wandel, der zur Gründung der ersten Slawenstaaten führte. Über die Form der landwirtschaftlichen Geräte unterrichten Funde, bei denen es sich teilweise um Verstecke von Landwirten in schweren Zeiten und einzelne Gegenstände in Wohnsiedlungen handelt, aber auch um vermutlich von Kaufleuten verlassenen Depots.

Zur Bodenbearbeitung wurde vor allem ein mit kleinen Eisenscharen versehener Hakenpflug benutzt, der sich aber nur zur Bildung von flachen Furchen eignete. Nur ausnahmsweise wurden größere Pflugscharen benützt, die tiefere Furchen ermöglichten. Bei der Getreideernte bedienten sich die alten Slawen der Sichel. Mit ihr wurden nur die mit der Hand ergriffenen Ähren abgeschnitten. Der Vorteil dieser mühsamen Arbeit war ein geringer Kornverlust. Das Stroh blieb auf dem Feld und wurde verbrannt oder in den Boden eingebracht. Die Sense war schon im 8. Jh. bekannt, diente aber nur zur Heumahd. Das Getreide wurde mit Flegeln gedroschen.

Auch der Obstbau wurde nicht vernachlässigt. Über die meisten Obstarten wird man erst durch mittelalterliche Funde informiert, aber schon in Schichten aus dem 9. Jh. findet man Pfirsich- und Pflaumensteine, sowie Schalen von Walnüssen. Dass die Slawen auch Bienen züchteten, wird aus ihrer Vorliebe für Met geschlossen. Allerdings gibt es dafür keine archäologischen Nachweise.

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© 2006 Michael Klobutschar Impressum & Literaturhinweise www.slawen.net