Ein historischer Querschnitt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Völkerwanderung
Kriegswesen
Landwirtschaft
Handwerk und Handel
Kulturelle Entwicklung
Recht
Sozialordnung
Die Tragödie des nordwestlichen Zweiges der Slawen
Wendenkreuzzug - Christianisierung und Germanisierung
Die große Expansion der Slawen
Balkanvorstoß
Die Osmanen
Die Kroaten
Die Slowenen
Mährische Reich
Die Serben
Der böhmische Premyslidenstaat als Erbe des grossmährischen Reiches
Der polnische Piastenstaat
Die slawische Expansion nach Osteuropa
Die Anfänge des Kiewer Reiches
Die Rolle der normannischen Waräger in der Geschichte der Ostslawen
Epilog
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Die beiden großen südslawischen Feudalstaaten hatten den Höhepunkt ihrer Macht überschritten und waren innerlich zerstritten, als die Osmanen das Byzantinische Reich auf dem Balkan immer stärker angriffen. Da die Byzantiner zu sehr von ihren eigenen Problemen in Anspruch genommen waren, hatten sie der Expansion des Osmanischen Reiches in Kleinasien im 13. und 14. Jh. nicht allzuviel Aufmerksamkeit gewidmet. Die Osmanen nutzten diese Situation aus. Sie verlegten die Hauptstadt ihres Staates über die Dardanellen nach Adrianopel, dem heutigen Edirne und wurden dadurch eine europäische Macht.

Jetzt nutzten sie die Schwäche und Rivalitäten der südslawischen Feudalstaaten noch intensiver aus. Immer häufiger unternahmen die straff organisierten Osmanen auf der Balkanhalbinsel erfolgreiche Kriegszüge. Das entscheidende Ereignis jedoch, die Schlacht auf dem AMSELFELD (KOSOVO POLJE) bei Pristina am 28. Juni 1389, war für das Schicksal der christlichen Bevölkerung auf dem Balkan für viele Jahrhunderte bestimmend. An diesem Tag schlug die osmanische Armee unter Führung von Sultan Murad das vereinigte christliche Heer der Serben, Bulgaren, Bosniaken und Albaner unter ihrem Führer dem nordserbischen Fürsten Lazar. Sowohl Sultan Murad, als auch Fürst Lazar wurden in der Schlacht getötet.

Die Bedeutung dieser Schlacht wurde von den Beteiligten und den Zeitgenossen nicht sofort erkannt, zumal sich die osmanischen Truppen nach dem Tode ihres Sultans zunächst zurückzogen. Erst die folgenden Ereignisse machten deutlich, dass dies nicht eine Schlacht wie viele andere gewesen war, sondern wie kaum ein anderes Geschehen in der Geschichte ganz Südosteuropas bis in unser Jahrhundert veränderte. In der Folge vermischten sich bei den Darstellungen dieser Schlacht die historischen Fakten mit Legenden, die vor allem in epischen Liedern über die Jahrhunderte weitergegeben wurden.

Die besonderen Umstände der Schlacht und das grausame Ende der beiden Heerführer ließen die Einbildungskraft der Völker nicht ruhen. Man bemühte sich, nach außergewöhnlichen Erklärungen zu suchen.

Als besonders außergewöhnlich war dabei die Ermordung des Sultan Murad nach der Schlacht durch den serbischen Ritter Milos Obilic. Die osmanische Heeresführung verlor in dieser Situation nämlich nicht die Nerven, sondern bestimmte sofort einen der beiden Söhnen des Sultans namens Baiazid zum Nachfolger, während sie den anderen Sohn töten ließ. „ Sie stellten ihn damit Allah zur Verfügung”, wie es in der türkischen Chronik vermerkt wurde.

In den südslawischen Völkern prägte sich dagegen der Ablauf der Schlacht und die Namen ihrer Helden, besonders des makedonischen Prinzen Marko in das Bewusstsein tief ein und wurde zur Legende, die von Generationen zu Generationen überliefert wurde. Wachgehalten wurde in den erwähnten Epen und Legenden aber nicht nur die Schlacht auf dem Amselfelde, sondern auch die Erinnerung an die Größe des serbischen Reiches und die kulturellen Leistungen seines Volkes.

Für die Bewahrung des kulturellen Erbes und des nationalen Selbstbewusstseins der Serben hatte auch die orthodoxe Kirche eine sehr wichtige Rolle übernommen. Mit ihren zahlreichen Klöstern half sie mit, die folgenden Jahrhunderte unter osmanischer Fremdherrschaft zu überstehen.

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© 2006 Michael Klobutschar Impressum & Literaturhinweise www.slawen.net